Brustasymmetrie

Von Prof. Dr. Ahmet Karacalar
Dieses Bild eignet sich für Inhalte, die sich mit Themen wie Brustasymmetrie befassen, und zeigt ein junges weibliches Model in Jeans mit vor der Brust verschränkten Armen vor einem weißen Hintergrund.

 

Wie bei allen paarigen Organen besteht keine Spiegelsymmetrie zwischen den beiden Brüsten. Mäßige Asymmetrien können ästhetisch störend sein und lassen sich operativ oder durch Injektionen korrigieren. Schwere Asymmetrien werden in der Fachliteratur als Amazonen-Syndrom bezeichnet und haben erhebliche psychische Auswirkungen.

Laut wissenschaftlichen Studien (zuletzt veröffentlicht in der Dezemberausgabe 2014 des „American Journal of Plastic Surgery“) verursacht Brustasymmetrie erhebliche psychische Probleme bei heranwachsenden Mädchen. Zu den möglichen Problemen zählen unter anderem geringes Selbstwertgefühl, Schwierigkeiten in der sozialen Kommunikation, Stimmungsschwankungen und Essstörungen. Diese Probleme treten besonders deutlich hervor, wenn der Größenunterschied zwischen den beiden Brüsten mindestens eine BH-Größe beträgt. In solchen Fällen ist die kleinere Brust häufig tubulär geformt.

Bei ausgeprägter Brustasymmetrie geht es bei der Brustästhetik nicht nur um ein ästhetisches Problem, sondern auch um einen direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit. Die Behandlung umfasst psychologische Unterstützung bis zum Ende der Pubertät; danach kann ein ästhetischer Eingriff notwendig werden.

Brustasymmetrie kann sich auf vielfältige Weise äußern. Beispielsweise kann eine Brust normal groß und die andere klein sein, eine normal groß und die andere groß, eine normal groß und die andere hängend, eine groß und die andere klein, eine groß und die andere hängend, eine groß und die andere deutlich größer oder eine Brust hängend und die andere stark hängend. Es gibt sogar sehr ausgeprägte Asymmetrien, bei denen eine Brust fehlt (Poland-Syndrom). Die Behandlung richtet sich nach der Art der Asymmetrie. Geeignete Methoden wie Brustimplantate, Bruststraffung/-formung, Brustverkleinerung und Injektionen mit stammzellreichem Fettgewebe kommen zum Einsatz. Insbesondere bei frühzeitiger Erkennung der Asymmetrie können mit Vakuumgeräten gute Ergebnisse erzielt werden.